Türchen Nr. 23 - Weihnachts-Truthahn

Heute zum 4. Advent und einen Tag vor Heiligabend habe ich etwas ganz Besonderes für euch. Wir hatten so viele leckere süße Sachen in unserem Adventskalender, doch die herzhaften Gerichte sind etwas auf der Strecke geblieben. Ich finde das auch gar nicht weiter schlimm, denn Kekse, Kuchen und Co. sind ja genau mein Ding. Doch für all diejenigen, die dem nicht so viel abgewinnen können und lieber was "Ordentliches" wollen, gibt es heute ein schönes, deftiges Weihnachtsessen.


Eigentlich wollte ich ja eine Gans machen, denn unter allen Ideen für einen Weihnachtsbraten schien mir diese am passendsten. Doch Gänse sind erstens ziemlich teuer, zweitens ziemlich fett und drittens ziemlich groß. Wäre doch irgendwie blöd gewesen, wenn sie nicht in den Bräter gepasst hätte... Also haben wir kurzerhand unsere Pläne geändert und uns für eine kleine Pute entschieden. Trotzdem haben wir die Füllung und die Beilagen so gewählt wie für eine Gans, das heißt eine Kastanien-Backpflaumen-Füllung und dazu Thüringer Klöße und Rotkohl... Mmmmh! :)

Das Rezept ist inspiriert von Cynthia Barcomi's Truthahn- und Gansrezepten aus ihrem "Kochbuch für Feste", allerdings haben wir kleine Änderungen vorgenommen. Ach ja, wenn ich "wir" sage, meine ich übrigens meine Freundin Katja und mich. Katja war so lieb, mir bei der Zubereitung der Pute zu helfen, und natürlich beim Essen ;-) Nochmal einen ganz herzlichen Dank dafür!

So, jetzt geht es aber mal los mit der Zubereitung. Nehmt euch dafür etwa 3 Stunden Zeit und befolgt die Zubereitung Schritt für Schritt. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen!

Weihnachts-Truthahn


Für einen 2,4 kg Truthahn.
Ihr braucht einen Bräter, in den die Pute passt!

Los geht's mit dem Putenfond:

  • Innereien
  • 1 Zwiebel mit Schale, gewürfelt
  • 1 Karotte, in Scheiben
  • 1 Selleriestange, klein geschnitten
  • 200 ml Rotwein
  • Salz, Pfeffer
  • Hühnerbrühe zum Aufstocken des Fonds (ca. 0,5 l)

Den Ofen auf 210°C vorheizen. Den Bratrost auf die unterste Schiene schieben. Den Putenfond ansetzen, indem ihr die Innereien und das Gemüse anbratet. Den Wein dazugießen und einkochen lassen. Etwa 1 Liter Wasser hinzufügen, nach Geschmack salzen und pfeffern. Auf niedriger Stufe warmhalten, während die Pute im Ofen ist, und wenn nötig hin und wieder mit Hühnerbrühe oder Wasser aufstocken.

Dann kommt die Füllung:

  • 70 g Butter
  • 1 große Zwiebel, fein gehackt
  • 1,5 kleine Stangen Sellerie, fein geschnitten
  • 1/2 Apfel, geschält und gewürfelt
  • 230 g Vollkorntoast, zu Semmelbröseln gemahlen
  • 1/2 TL Salz
  • frischer Thymian
  • 100 g vorgekochte Esskastanien
  • 60 ml Rotwein
  • 200 g entsteinte Backpflaumen
  • Pfeffer
Die Butter in einem großen Topf zerlassen und Zwiebel, Sellerie und Apfel bei geringer Hitze anbraten. Langsam braten lassen, während ihr die Semmelbrösel macht (einfach mit den Finger zerkrümeln oder mit einer Küchenmaschine mahlen). Die Brotkrumen zusammen mit dem Salz, den grob gehackten Kastanien und einigen Zweigen Thymian in den Topf geben und gut vermischen. Von der Flamme nehmen. Zum Schluss die Backpflaumen und den Rotwein unterrühren und mit Pfeffer abschmecken.

Jetzt geht's weiter mit Truthahn:

 

Die Pute innen und außen mit kaltem Wasser waschen und trocken tupfen. Loses Fett entfernen. Den Vogel auf den Rücken legen und die Körperhöhle locker befüllen. Auch in die Halsöffnung kann man etwas Füllung stopfen. Anschließend könnt ihr die Öffnung zunähen oder mit Dressiernadeln verschließen, aber das muss nicht unbedingt sein. Die übrige Füllung eignet sich gut als Beilage zum Truthahn.
Jetzt wird der Vogel mit Küchengarn zusammengeschnürt. Die Flügel unter die Brust klemmen und die Unterschenkel lose zusammen binden. Die Pute mit der Brust nach oben in den Bräter legen. Mit etwas weicher Butter einreiben und mit Salz und Pfeffer besprenkeln.


Die Pute 20 Minuten lang nackt rösten. Dann ein sauberes Stück Stoff (z.B. von einem alten T-Shirt) über die Brust legen - klingt verrückt, aber das verhindert, dass das Fleisch austrocknet. Die Temperatur auf 180°C senken und die Pute mit etwas Fond übergießen (über das T-Shirt). Der Vogel muss alle 20 Minuten mit der Brühe übergossen werden! Die Garzeit berechnet sich wie folgt: 30 Minuten pro Kilo gefüllte Pute. Unser Vogel war also 1 Stunde und etwa 10 Minuten im Ofen. In den letzten 20 Minuten das T-Shirt entfernen, um auch der Brust etwas mehr Farbe zu verleihen.


Jetzt müsst ihr den Vogel nur noch von der Schnur befreien und aus dem restlichen Fond eine Sauce zubereiten. Dazu einfach die Brühe durch ein Sieb in einen Topf gießen und erwärmen. Mit etwas Mehl eindicken, nach Geschmack mit Rotwein verfeinern und mit Salz und Pfeffer würzen. Voilá!


Dazu gab es Rotkohl, Klöße und die übrig gebliebene Füllung. Wenn das mal kein Festessen ist! :)

Zum Schluss gibt es natürlich noch ein festliches Weihnachtslied für euch:


Einen frohen 4. Advent euch allen!

Liebe Grüße, Isy

Kommentare:

  1. Isy,
    superklasse!!
    aber das Bild beim Putenfond hat einen spontanen Würgreiz bei mir ausgelöst... @_@
    schock deine Blogleser doch nicht so mit kleinen Schnippies (Hals) und so...
    ja ich weiß "meine Güte, hab dich nicht so, das gehört halt da rein", aber dann doch nicht unbedingt auf's Foto :>
    lg, guten Rutsch und weiter so!!
    Tom

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    1. Hey Tom,

      Danke für das Feedback! Ja, ich weiß, das sieht nicht sonderlich appetitlich aus mit dem Hals, aber ich versuche immer, alles was ich koche möglichst originalgetreu zu dokumentieren... Für diejenigen, die das vielleicht selbst mal ausprobieren wollen. Aber ich versteh deinen Einwand und versuche, in Zukunft diese Art von Fotos zu vermeiden. Versprochen ;-)

      Ich hoffe dir geht's soweit gut? Ich wünsch dir nachträglich noch ein frohes und gesundes neues Jahr und alles Gute für 2013!

      Liebe Grüße, Isy

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